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Objekte Ihrer Wahl für 21. Herbstsalon 2020



Marie Kirschner (1852-1931) war eine deutsch-böhmische Glaskünstlerin und Malerin. Neben Mitarbeitern von Lötz und Bakalowits hat Kirschner als außenstehende Künstlerin den größten Einfluss auf die Fabrikserienproduktion im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts genommen. Eine günstige Voraussetzung dafür war die Freundschaft Ihrer Familie zur Familie Spaun. Von 1900 bis 1914 schuf Kirschner das umfangreichste Konvolut an Eigenbedarf, das je ein einzelner Künstler bei Lötz realisiert hat. Daneben fertigte sie auch Entwürfe für die normale Fabrikproduktion. Ihre Zielsetzung war höchstmögliche Ästhetik in Verbindung mit praktischem Nutzen, der zu ständigem Gebrauch animieren sollte. Charakteristisch für ihr Werk, das die Grundlagen des Funktionalismus vorweg zu nehmen scheint, sind geometrische Formen und teils ausgefallene Henkel, eine dezente Oberflächengestaltung und verlaufende Farbtöne. Mit ihren Gläsern hat Marie Kirschner einen international beachtenswerten Beitrag zur Gestaltung der Jahrhundertwende geleistet.

Lit.: H. Ricke (Hg.), Lötz, Böhmisches Glas 1880–1940, München, 1989; Bd. 1, S. 198-215