1863 – Wien – 1918

Fotograf, Radierer, Holz- und Linolschneider, Maler

Der Grafiker Hugo Henneberg wurde am 27.7.1863 in Wien geboren.

1882-1887 Studium der Physik, Chemie und Mathematik in Wien. 1888 promovierte er in Physik. Seit 1887 beschäftigte er sich mit der künstlerischen Fotografie. Im Anschluss an eine Studienreise in die USA wurde er 1891 Mitglied des Wiener Camara Clubs, 1894 nahm ihn der Linked Ring London auf.

Gemeinsam mit den Fotografen Hans Watzek und Heinrich Kühn gründetet Henneberg das Trifolium (Das Kleeblatt). Sie brachten die Technik des Gummidruckes zur Perfektion. 1897 stellte das Trifolium erstmals gemeinsam aus. Die kunstfotografischen Arbeiten erfreuten sich derartiger Popularität, dass einige Bilder im Ver Sacrum abgebildet wurden und 1902 die Künstler des Trifoliums eine eigene Ausstellung in der Secession bekamen. Ab1898 arbeitete Henneberg als Radierer und Maler sowie ab 1903 als Holz- und Linolschneider (Wachaumappe). 1910 gab er die Fotografie endgültig auf.

Die Familie Henneberg war sehr eng mit dem Klimtkreis verbunden, mit Josef Hoffmann und Koloman Moser war er eng befreundet. Hugo Henneberg stand dem Gedankengut der Secession sehr nahe und galt als typischer Vertreter des kunstsinnigen und wohlhabenden Großbürgertums, welches die Secession und später auch die Wiener Werkstätte trug.

Josef Hoffmann plante im Rahmen der Villen-Kolonie auf der Hohen Warte 1901 die Villa Henneberg, die er auch bis auf das Zimmer von Frau Marie Henneberg, welches von Koloman Moser geplant wurde, komplett ausstattete.

Seine Frau Marie Henneberg, die ihrerseits als Kunstliebhaberin und Förderin eine bedeutende Stellung in der Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende innehatte, lies sich von Gustav Klimt portraitieren. Dieses Portrait wurde von Josef Hoffmann an prominenter Stelle in der Eingangshalle der Villa Henneberg platziert und in die architektonische Gestaltung dieses Raumes integriert. Henneberg starb am 12. Juli 1918.

Lit.: Thieme Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler. Von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 16, Leipzig, S. 391; Sekler, Eduard, Josef Hoffmann S.41. Natter, Tobias (ed.) Gustav Klimt, Painting Design and Modern Life, S.132.