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Keramik nahm in der Wiener Moderne eine besondere Stellung ein.

Zwischen freier Plastik, angewandtem Objekt und architektonischem Dekor entwickelte sie sich zu einem Medium, in dem Farbe, Form und Material auf unmittelbare Weise zusammenwirkten. Die hier versammelten Arbeiten geben einen Einblick in diese außergewöhnliche Vielfalt: von den farbig glasierten Gefäßen und Objekten der Wienerberger Tonwarenfabrik bis zu den expressiven Figuren der Wiener Werkstätte.

Dabei zeigt sich Keramik nicht nur als dekoratives Kunsthandwerk, sondern als eigenständiges künstlerisches Feld. Künstlerinnen und Künstler wie Gudrun Baudisch, Vally Wieselthier, Hedwig Schmidl, Luise Spannring oder Michael Powolny, Leopold Forstner und Otto Prutscher verbanden handwerkliche Präzision mit einer fast immer überraschenden Modernität des Ausdrucks. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Eleganz und Humor, zwischen stilisierter Figur und funktionalem Objekt, zwischen intimer Kleinplastik und raumprägendem Entwurf.

Besonders deutlich wird auch die wichtige Rolle von Künstlerinnen, die das Erscheinungsbild der Wiener Werkstätte entscheidend mitprägten. In ihren Keramiken begegnen uns eigenwillige Köpfe, allegorische Figuren und erzählerische Szenen, die bis heute durch ihre Lebendigkeit und ihren sicheren Sinn für Farbe faszinieren. Gemeinsam mit den keramischen Arbeiten aus dem Umfeld von Wienerberger entsteht so ein facettenreiches Bild jener Wiener Gestaltungskultur, in der Kunst, Handwerk und Alltag auf besonders produktive Weise ineinandergreifen.

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